Jeder kennt die Mona Lisa… doch, Moment! Seit wann hat die berühmte Dame Plattfüße und einen Schnabel? Die Ausstellung „Duckomenta“ im Focke Museum nähert sich auf humorvolle Weise den Epochen der Kunstgeschichte und präsentiert ikonische Werke in einem völlig neuen Licht – mit Enten in den Hauptrollen.
ANZEIGE – Könnte es sein, dass die Geschichte der modernen Zivilisation neu geschrieben werden muss? Denn es scheint, als habe sich neben den Menschen eine weitere Hochkultur entwickelt, die bislang im Verborgenen blieb. Doch endlich erhalten Enten durch ihre eigene Ausstellung die Aufmerksamkeit, die ihnen in der Weltgeschichte schon immer hätte zustehen müssen. Schließlich beweisen die Werke im Focke Museum, dass es bereits in der Steinzeit und im alten Ägypten von watschelnden Vögeln nur so gewimmelt haben muss. Oder etwa doch nicht?
Zumindest ist das die Geschichte, die sich um die „Duckomenta“ rankt. Natürlich ist das Ganze mit einem Augenzwinkern zu betrachten und basiert weniger auf wissenschaftlichen Tatsachen. Doch wer sich auf diese Erzählung einlässt, wird umso mehr Vergnügen beim Rundgang durch die Ausstellungsräume haben. Die Duckomenta zeigt Nachempfindungen berühmter Kunstwerke, die es tatsächlich gibt. Neben der Mona Lisa von Leonardo da Vinci, dem Schrei von Edvard Munch oder dem farbenfrohen Marilyn Monroe Porträt von Andy Warhol, finden auch Fossilien, Münzen und Skulpturen im Enten-Stil ihren Platz in der Ausstellung.
Hat ein Vorfahre von Dagobert Duck schon in der Renaissance gelebt?
Gleich am Eingang können Besucher über einen QR-Code die App Actionbound auf ihr Handy laden. Es öffnet sich ein Quiz, bei dem Fragen zu den Werken beantwortet werden müssen. Genaues Hinschauen lohnt sich: Wie viele Musikinstrumente verstecken sich im Bild? Welche Tiere sind neben den Enten noch zu entdecken? Dieses Quiz führt spielerisch durch die Ausstellung und lenkt den Blick auf die kleinen Details in den Kunstwerken. Neben jedem Werk befindet sich zudem ein QR-Code, der mit der Handykamera gescannt werden kann. Der aufgerufene Link liefert Informationen zum Originalwerk, das als Vorlage für die Entenversion diente. So können Besucher die Werke direkt vergleichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu identifizieren. Zudem erfährt man Wissenswertes über den jeweiligen Künstler und die Epoche des Originals.
Über die QR-Codes neben den Gemälden lassen sich die ausgestellten Werke mit den Originalen vergleichen. Wie hier „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Jan Vermeer.
Während unseres Besuchs haben uns vor allem der Umfang und die liebevolle Nachahmung der Kunststile beeindruckt. Dem Focke Museum ist es gelungen, die Werke nach Epochen zu ordnen und teilweise in die Dauerausstellung zu integrieren. Auf dem Weg durch die Gänge streift man durch die Renaissance, das alte Ägypten, den Impressionismus und die Pop Art.
Die Ausstellung hat auch in den Nebengebäuden des Museums Spuren hinterlassen. Im Haus Riensberg wird die bürgerliche Wohnkultur der vergangenen Jahrhunderte präsentiert. Zwischen den echten Exponaten der Dauerausstellung hat sich auch hier die eine oder andere Ente eingeschlichen. Manchmal müssen die Besucher ein gutes Auge beweisen um die entifizierten Porzellanteller, Vasen und Gemälde zu entdecken. Im Eichenhof nebenan zeigen archäologische Funde die Anfänge beider Zivilisationen. Ein Entenschädel ist dort noch relativ leicht zu identifizieren. Bei anderen Relikten muss man schon zweimal hinschauen: Trugen die Menschen damals im Kampf Metallhelme mit Mickymaus-Ohren, oder gab es die nur im historischen Entenhausen? Auf jeden Fall hätten alle damit beeindruckend ausgesehen!
Die Duckomenta ist ein Projekt der Berliner Künstlergruppe interDuck. Vor über 30 Jahren entstand es nach einer Vorlesung von Dr. Eckhart Bauer, Professor für Kunstsoziologie an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Dort wurde der Einfluss der Popkultur auf die Hochkultur diskutiert und dabei gedanklich auch der Weg nach Entenhausen eingeschlagen. So begannen Eckhart Bauer und seine Studierenden, den Einfluss der Enten auf die Kultur- und Kunstgeschichte zu erforschen. Sie enttarnten Nofretete als Duckfretete und fanden in Dötzi einen gefiederten Vorfahren des Ötzi.
Der Besuch der Duckomenta bietet eine niedrigschwellige und unterhaltsame Annäherung an die Kunstgeschichte. Kenner klassischer Werke werden viele der Neuinterpretationen wiedererkennen. Motiv, Stil und Farbgebung sind den Originalen in den meisten Fällen detailgetreu nachempfunden. Auch die Mimik und der Kleidungsstil der Protagonisten sind sehr präzise dargestellt. Es macht Freude zu entdecken, wie die Künstler des Kollektivs die Enten in ihre Werke integriert haben.
Für all jene, die sich bislang nicht intensiv mit Kunstgeschichte beschäftigt haben, bietet die Duckomenta die Gelegenheit, mehr über bedeutende Werke und Epochen der vergangenen Jahrhunderte zu erfahren. Viele berühmte Werke hat man schon einmal gesehen und kann nun Neues über deren Entstehung lernen. Auch Kinder können an einem Quiz teilnehmen und mit Stift und Klemmbrett auf Entdeckungstour gehen.
Die Ausstellung im Focke-Museum läuft noch bis zum 8. Februar 2026.
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